Schneller Sprung nach oben

Eine sportpolitische Entscheidung des Fußballverbandes der DDR im Jahre 1989 mischte schließlich den Fußballsport in Meißen neu auf. Danach war die Auflösung aller zweiten Mannschaften der in der Oberliga spielenden Clubs beschlossen worden. Der Großteil der Spieler von Dynamo Dresden II schloss sich daraufhin derTSG Meißen, an und brachte zugleich die Zugehörigkeit zu 2 DDR-liga,der zweithöchsten Spielklasse, mit. Meißen war urplötzlich wieder oberklassig. Nicht alle Mitglieder des Vereins waren von dieser Entwicklung begeistert, weil sie an der finanziellen Basis zweifelten und einen bevorzugten Mitteleinsatz beim Spitzenfußball fürchteten.
Der Start in der höheren Klasse verlief wenig ermutigend.Chemie Böhlen mit vierjähriger Oberliga-Praxis war der erste Gegner. Unter Führung ihresTrainers Frank Engel wiesen die Böhlener mit Spielern wie Frank Baum, Dieter Kühn, Uwe Ferl oder Steffen Hammermüller den Neuling in die Schranken. Für die TSG Meißen waren seinerzeit aufgelaufen: Wolfram Lorenz, Thomas Rettig, Andre Kulke, Uwe Scholz, Frank Zücker,Jörg Prasse, Mario Kreibich, Bernd Fritzsche, Maik Franke, ThomasTillig und Uwe Stolze. 
Da auch das zweite Spiel bei Chemie Leipzig verloren ging, warfTrainer Bernd Jakubowski frühzeitig das Handtuch.ln der darauf folgenden Partie, ein Pokalspiel gegen den Oberligisten Chemie Halle, saß Rainer Sachse auf der Trainerbank, um dann Udo Schmuck Platz zu machen. Mit ihm kam nicht nur ein in Auswahl- und UEFA-Pokalspielen erprobter Praktiker, sondern auch ein einfühlsamer Fußball-Pädagoge, der die jungen Spieler, assistiert von Ex-Dynamo-Spieler Rainer Sachse, nach 15 Spieltagen noch vor Zwickau und Aue an die Tabellenspitze brachte. In jenem Jahr durfte die TSG allerdings noch bis zu zwei Spieler je Partie aus Dynamos Oberligatruppe einsetzen.So kam es, dass so renommierte Kicker wie Sven Kmetsch, Rocco Milde, Mario Kern, Andreas Diebitz oder Thomas Ritter, die später auch in der Bundesliga aufliefen, den Meißner Rasen adelten. Drei von ihnen, nämlich Kern, Kmetsch und Milde, nahmen gern die einmalige Gelegenheit wahr, sich dort vorzustellen.

Die TSG Meißen durfte am 17. Januar 1990 beim Bundesligisten VfL Bochum im Ruhrstadion antreten. Man verlor
dort zwar erwartet mit 0 :6,doch das Erlebnis und die erstmalige Begegnung mit waschechten Profis konnten das nicht schmälern.